Siedlungsstruktur und Kommunalfinanzen
Die Landesfläche von Baden-Württemberg liegt bei 3.574.785 Hektar (ha). Zum 31. Dezember 2024 wurde mit knapp 1,6 Mio. ha bzw. 44,6 Prozent ein bedeutender Teil der Fläche landwirtschaftlich genutzt, gefolgt von der bewaldeten Fläche mit fast 1,4 Mio. ha (37,9 Prozent). Die Siedlungs- und Verkehrsfläche betrug zum 31.12.2024 insgesamt 536.289 ha und nahm damit 15,0 Prozent der Landesfläche ein.
Im Vergleich der Stadt- und Landkreise differiert die Gesamtfläche sowie der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche innerhalb des Landes stark. In den Stadtkreisen ist der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche bei insgesamt kleineren Flächen deutlich höher als in den Landkreisen. An der Spitze liegt der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen in Mannheim bei 58,3 Prozent. Eine Sonderstellung innerhalb der Stadtkreise nimmt Baden-Baden ein. Hier liegt, aufgrund der großen Waldflächen der Stadt, der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche nur leicht über dem Landesniveau (15,6 Prozent).

Ansicht: Bodenfläche in ha sowie Siedlungs- und Verkehrsfläche (in %) der Stadt- und Landkreise zum 31.12.2024
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Flächennutzung im Kreisvergleich seit 2015 (Siedlung, Vegetation), über GENESIS-Online, Abruf am 12.01.2026
Im Ortenaukreis (186.029 ha; bei Siedlungs- und Verkehrsfläche von 12,4 Prozent) und im Landkreis Ravensburg (163.208 ha; bei Siedlungs- und Verkehrsfläche von 11,1 Prozent) sind die Flächen an der Spitze um ein Vielfaches größer als in den Stadtkreisen. In vier Landkreisen (Freudenstadt, Breisgau-Hochschwarzwald, Waldshut und Sigmaringen) liegen die Siedlungs- und Verkehrsflächen am unteren Ende bei jeweils unter elf Prozent.
Die Siedlungsstruktur ist von Relevanz für die Kommunalfinanzsituation. Aus ihr leiten sich heterogene Bedarfe ab. Neben der Fläche an sich sowie ihrer Aufteilung (insb. dem Grad der urbanen Durchdringung) und der Einwohnerzahl spielen im Detail jedoch weitere Parameter eine Rolle für die strukturell begründeten Bedarfe, etwa die Anzahl der Gemeinden und ihrer Ortsteile sowie deren Entfernungen untereinander (Siedlungsstreuung), die Bevölkerungsdichte usf. Für Hessen wurde zur Messung der Siedlungsstruktur ein sog. Siedlungsindex seitens der ÜPKK erarbeitet. Er wird seither u.a. für den KFA fortgeschrieben.
