Anzahl der Bauhoffahrzeuge hinterfragen
Die Kommunalfinanzsituation in Baden-Württemberg ist aktuell schwierig. Bei allen berechtigten Appellen zu Konnexität etc. gehört zur Wahrheit auch dazu, dass vielerorts die Konsolidierungsanstrengungen über das bisherige Maß hinaus gehen werden müssen. Zum Ziel der finanziellen Generationengerechtigkeit als Grundlage der steten Aufgabenerledigung, mithin zum Erhalt einer kraftvollen kommunalen Selbstverwaltung und -verantwortung, gibt es meist viel Einigkeit.
Schwieriger wird es, wenn nach konkreten Konsolidierungsmaßnahmen gesucht wird. Die Suche nach geeigneten Konsolidierungsmöglichkeiten aus dem Ehrenamt heraus ist selbst für konsolidierungswillige Kommunalpolitik teils schwierig. Es gilt, die richtigen Fragen zu stellen und daraus Entscheidungen abzuleiten.
Die Ausgaben der baden-württembergischen Kommunen liegen im Hauptproduktbereich der Zentralen Verwaltung über dem Flächenländerdurchschnitt. Zu diesem Hauptproduktbereich gehören die internen Dienstleister mit Funktionen, die in jeder Kommunalverwaltung vorgehalten werden müssen. Dazu gehört beispielsweise auch der Bauhof und seine Fahrzeuge.
Gnädinger, Marc: Kommunalfinanzbericht 2025, S. 14 f.
Mit welcher kommunalpolitischen Frage können Konsolidierungspotentiale beim Fahrzeugbestand des Bauhofes erkannt werden?
Natürlich hängt die Frage des optimalen Fahrzeugbestandes von der Größe, den Aufgaben im Detail und den topographischen Besonderheiten der Kommune ab. Eine gute Kennzahl, nach der Verwaltung gefragt werden kann, ist aber dennoch die der Fahrzeuge je Vollzeitäquivalente. Liegt der Wert vor Ort bei über einem Fahrzeug je Vollzeitäquivalent, dann führt das notwendigerweise zu der Frage, ob die Fahrzeuge überhaupt sinnvoll ausgelastet werden können. Bei einer Fahrzeug-Mitarbeiter-Relation größer eins sollte der Fuhrparkbestand sowohl in Bezug auf die Zahl als auch auf die Bestandsstruktur (welche Fahrzeugarten) kritisch überprüft werden.
Werden spezielle Fahrzeuge nur gelegentlich benötigt, ist die Anmietung oder Ausleihung oftmals eine wirtschaftliche Lösung. Daneben kann die interkommunale Nutzung von Spezialfahrzeugen (z.B. von Straßenkehrmaschinen) die Auslastung verbessern. Ebenfalls kommt in Betracht, von vornherein ein Fahrzeugmodell zu wählen, das sich auf die speziellen, saisonalen Anforderungen erweitern und umrüsten lässt.
