Haushaltskonsolidierung

Kann man Spielplätze schließen und damit Kinder glücklich machen

Die Kommunalfinanzsituation in Baden-Württemberg ist aktuell schwierig. Bei allen berechtigten Appellen zu Konnexität etc. gehört zur Wahrheit auch dazu, dass vielerorts die Konsolidierungsanstrengungen über das bisherige Maß hinaus gehen werden müssen. Zum Ziel der finanziellen Generationengerechtigkeit als Grundlage der steten Aufgabenerledigung, mithin zum Erhalt einer kraftvollen kommunalen Selbstverwaltung und -verantwortung, gibt es meist viel Einigkeit.

Schwieriger wird es, wenn nach konkreten Konsolidierungsmaßnahmen gesucht wird. Die Suche nach geeigneten Konsolidierungsmöglichkeiten aus dem Ehrenamt heraus ist selbst für konsolidierungswillige Kommunalpolitik teils schwierig. Es gilt, die richtigen Fragen zu stellen und daraus Entscheidungen abzuleiten.

Vereinzelt finden sich dabei niedrig hängende Früchte der Haushaltskonsolidierung, z.B. bei den Spiel- und Bolzplätzen als klassisch freiwillige Infrastrukturen. Ein erheblicher Teil des mit diesen Einrichtungen verbunden Aufwands entsteht beim Bauhof: Er sorgt sich um die Pflege der Spielplatzflächen, die regelmäßigen Spielplatzkontrollen, den Sandaustausch sowie die Spielgerätekontrolle und -wartung, wobei natürlich die Spielgerätedichte eine Rolle spielt.

Kommunen sollten regelmäßig darüber nachdenken, ob die Anzahl ihrer Spielplätze angemessen ist: Mehr Spielplätze sind nicht unbedingt von einem höheren Nutzen. Es lohnt sich, die Inanspruchnahme der einzelnen Standorte kritisch zu reflektieren. Häufig wurden in ehemaligen Neubaugebieten Spielplätze errichtet. Wenn nach mehreren Jahren keine/kaum noch Kinder mehr in der Nähe wohnen, führt das in der Regel dazu, dass einzelne Einrichtungen kaum aufgesucht werden. Dann kann es sich lohnen, sie zu schließen und mit den eingesparten Mitteln besser ausgelastete Spielplätze qualitativ aufzuwerten und einen weiteren Teil der Einsparungen zu Gunsten des Gesamthaushaltes abzuschöpfen: Eine Win-Win-Situation für die Eltern, Kinder und den Kommunalhaushalt.