Kreisfinanzbericht 2026
Der Landkreistag hat den nunmehr dritten Kreisfinanzbericht vorgelegt. Hier einige Botschaften aus dem Bericht:
- In 2026 können voraussichtlich 32 der 35 Landkreise ihre Aufwendungen nicht mehr durch ihre laufenden Erträge decken: Die Landkreise schließen ihre Haushalte im Jahr 2026 voraussichtlich in Summe mit einem negativen ordentlichen Ergebnis in Höhe von -203 Mio. Euro ab.
- Die Kreisumlage-Hebesätze 2026 mussten im vierten Jahr in Folge deutlich um 1,14 %-Punkte angehoben werden. Damit werden die kreisangehörigen Städte und Gemeinden mit 474 Mio. Euro erheblich mehr belastet als im Vorjahr.
- 20 der 35 Landkreise haben eine negative Nettoinvestitionsrate; im Bericht definiert als Zahlungsmittelüberschuss des Ergebnishaushalts nach Abzug der ordentlichen Tilgung – also eine Art doppische freie Spitze (nicht definiert als Bruttoinvestitionen abzüglich Abschreibung)
- Interessant, wenn auch zuhauf für die Kreisfinanzsituation enorm belastend, sind die im Bericht dargestellten Entwicklungszahlen zu einzelnen Hilfen im Sozialbereich; hier werden auch jeweils die Zahlen je Leistungsempfänger genannt.
Bemerkenswert und aufschlussreich ist ein Passus im Ausblick des Berichtes (S. 31): „Bisweilen kann man sich des Eindrucks nicht ganz erwehren, dass sich Bund und Land weniger am Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland als an Art. 3 des Kölschen Grundgesetzes orientieren: „Et hätt noch emmer jot jegange.“ Die Finanzkennzahlen sprechen allerdings eine eindeutig andere Sprache. Es wird nicht mehr lange gut gehen.“
