Personal

Personalausgaben nach Aufgabenbereichen

Bei den Pro-Kopf-Personalausgaben steht Baden-Württemberg nach den letzten verfügbaren Zahlen des Jahres 2025 (Kassenstatistik) an der Spitze des Flächenländervergleichs. In keinem anderen Bundesland sind die kommunalen Personalausgaben je Einwohner höher. (s. Gnädinger, Marc (2026): Kommunalfinanzbericht BW 2026, S. 20).

Personal ist ein wesentlicher Produktionsfaktor. Ohne Personal können kommunale Leistungen nicht erbracht werden. Personalbedarfe folgen insofern den selbst artikulierten und den gesetzlich vorgegebenen Aufgabenotwendigkeiten. Jede neue Aufgabe, jede neue Förderung, bedingt automatisch zusätzliches Personal. Eine umfassende Aufgabenkritik würde helfen, Verwaltungsaufwand erst gar nicht entstehen zu lassen.

Mit dem Personal gehen notwendigerweise Personalaufwendungen einher. Diese sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Es handelt sich um eine relevante Aufwandkategorie. Ursächlich sind u.a. Entlohnungseffekte (Tarifsteigerungen etc.). Daneben ist als weitere Ursache die Beschäftigtenzahl im kommunalen Bereich massiv angewachsen. Das hat ebenfalls Effekte auf die Personalaufwendungen, mithin auf die Finanzielle Leistungsfähigkeit. Die zusätzlichen Personalaufwendungen müssen im Sinne des Ordentlichen Ergebnisausgleiches durch entsprechend hohe Ordentliche Erträge gedeckt werden.

In vorausgegangenen Arbeiten konnten bereits Erkenntnisse zur näheren Verortung der erhöhten Personalausgaben herausgearbeitet werden:

  • Das in BW bestehende Personalausgabenplus im Vergleich zum Flächenländerdurschnitt begründet sich im Hauptproduktbereich Zentrale Verwaltung sowie wesentlich im Hauptproduktbereich Soziales & Jugend und dort insbesondere in der Produktgruppe der Tageseinrichtungen für Kinder. Bei letzterer Produktgruppe muss mitgedacht werden, dass ein Vergleich durch unterschiedliche Einbeziehung privater/karitativer Einrichtungen beeinträchtigt sein kann – hier fallen dann Zuschüsse statt Personalausgaben an (s. Gnädinger, Marc (2025): Kommunalfinanzbericht BW 2025, S. 15 f.).
  • Der Blick auf die VZÄ erhärtet das Bild. Sie sind in beiden Hauptproduktbereichen höher als im Flächenländervergleich. Für den Hauptproduktbereich der Zentralen Verwaltung wird klar, dass die erhöhten Zahlen insbesondere im Produktbereich Innere Verwaltung anfallen, nicht im Produktbereich Sicherheit & Ordnung. Eine mögliche Ursache für die hohen baden-württembergischen Personalausgaben und VZÄ-Zahlen im Produktbereich Innere Verwaltung sind die vergleichsweise kleinteiligen Kommunalstrukturen. Es gibt Aufgaben, die in jeder Verwaltung zwingend vorgehalten werden müssen (Personal- und Finanzverwaltung usf.). Die Kleinteiligkeit verhindert Skaleneffekte und einen effizienten Personaleinsatz. Eine weitere damit verbundene Ursache liegt in der IKZ-Ausbaufähigkeit (s. Gnädinger, Marc (2026): Kommunalfinanzbericht BW 2026, S. 23 f.)

Gnädinger, Marc (2026): Kommunalfinanzbericht BW 2026

Gnädinger, Marc (2025): Kommunalfinanzbericht BW 2025

Mit der Rechnungsstatistik 2024 kann das Bild der erhöhten Personalausgaben nach Aufgabenbereichen am äußeren zeitlichen Rand aktualisiert werden.

Tabelle: Personalausgaben 2024 der Gemeinden und Gemeindeverbände in Euro je Einwohner nach Aufgaben

Quelle: Eigene Darstellung auf Basis Statistisches Bundesamt (2026): Rechnungsergebnisse der Kernhaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände 2024, Tab 71717-11; Einwohner zum 31.12.2024

Erneut ist es der Hauptproduktbereich der Zentralen Verwaltung mit einer vergleichsweise hohen Negativabweichung zum Flächenländerdurchschnitt. Daneben stehen mit der deutlichsten Negativabweichung zum Flächenländerdurchschnitt die Einrichtungen der Jugendhilfe.

Statistisches Bundesamt (2026): Rechnungsergebnisse der Kernhaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände 2024, EVAS Nr. 71717, erschienen am 11.09.2026