Disparitäten im BIP 2024
An der Wirtschaftsleistung hängen maßgeblich die kommunalen Einnahmepotentiale. Insbesondere die Gewerbesteuer stellt mit einem großen Anteil an den gemeindlichen Steuererträgen und mit Relevanz für die Umlagemöglichkeiten der Kreise eine wesentliche Größe dar. Sie ist stark von der wirtschaftlichen Entwicklung und der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte abhängig.
Das BIP (Wert aller produzierten Güter und Dienstleistungen) ist in Baden-Württemberg im Jahr 2024 nominal um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. In 35 der 44 Stadt- und Landkreise lag das nominale BIP 2024 (ohne Bereinigung um Preissteigerungen) über dem Vorjahreswert, in neun darunter. Mit +6,0 Prozent gab es das größte Plus 2024 im Stadtkreis Heidelberg.
Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner belief sich 2024 in Baden-Württemberg auf durchschnittlich 58.018 Euro, in 2023 auf durchschnittlich auf 57.339 Euro. Zwischen den einzelnen Stadt- und Landkreisen zeigten sich erhebliche Unterschiede: Das BIP 2024 pro Kopf reichte von 36.309 Euro im Landkreis Waldshut bis zu 122.278 Euro in der Landeshauptstadt Stuttgart.

Abb.: Bruttoinlandsprodukt 2023 und 2024 in jeweiligen Preisen je Einwohner
Quelle: Eigene Darstellung, erstellt mit Daten aus Statistische Ämter der Länder (2025): Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder, Reihe 2, Kreisergebnisse Band 1 – Bruttoinlandsprodukt, Bruttowertschöpfung in den kreisfreien Städten und Landkreisen der Bundesrepublik Deutschland 1992 und 1994 bis 2024, Berechnungsstand August 2025; angezeigt werden die Werte für 2024
Die Disparitäten stellen notwendigerweise hohe Anforderungen an Finanzausgleichssysteme wie den KFA etc. und vor der Kulisse des Wunsches nach möglichst gleichwertigen Lebensverhältnissen nach Artikel 3a Abs. 2 Landesverfassung BW.
